Fundulopanchax gardneri lacustris (RADDA), 1974

Vorkommen und Geschichte

Westkamerun, in Abflüssen des Lake Ejagham südlich von Eyomoyok.
Fp. g. lacustris scheint hier endemisch vorzukommen. Diese Unterart unterlag der
gleichen Mystifikation wie Fp. g. mamfensis. Der frühere Name „Eyomoyok“
bezieht sich auf die Ortschaft Eyomoyok. Diesen als Subspezies Nr. 2 bezeichneten
Phänotyp sammelten Radda und Häfelin nahe der nigerianischen Grenze in einem
fast ausgetrockneten Ablauf des Lake Ejagham.
In älteren Publikationen ist häufig zu lesen, dass Fp. g. lacustris eine leicht zu züch-
tende Art sei und sich großer Beliebtheit bei den Freunden Eierlegender Zahnkarpfen
erfreue. Dies trifft in der heutigen Zeit nicht mehr zu!
Fp. g. lacustris ist in Liebhaberkreisen selten geworden. Sei es aus Gründen der
vermeintlich fehlenden Attraktivität oder der in den Folgegenerationen schwieriger
werdenden Zucht. Diese Unterart war aquaristisch schon ausgestorben und wurde
erst 1989 und in späteren Jahren wieder eingeführt. Jetzt, da die Unterart wieder
längere Zeit bei einigen Liebhabern vorhanden ist und mehr oder weniger erfolgreich
gezüchtet wird, besteht die Hoffnung sie dem Hobby erhalten zu können.

Beschreibung

Männchen: Die roten Punktreihen sind auf der graugrünen Grundfarbe meist nicht
so kräftig ausgebildet wie bei den anderen Unterarten. Die Punktreihen sind oft
unterbrochen, wodurch die Punkte unregelmäßig verteilt erscheinen. Die Anale ist
hell blaugrün und mit wenigen roten Punkten gezeichnet. Submarginale rote Bänder
grenzen die weißblauen Säume der Caudale nach innen ab. Dorsale mit roten
Punkten, ein schmales rotes Band begrenzt den weißblauen Flossensaum. Die
Unterart hat etwas verlängerte Strahlen in der Rücken- und Afterflosse. Die
Schwanzflosse ist oben und unten zipfelig verlängert.
Weibchen: Die Weibchen von Fp. g. lacustris unterscheiden sich von den anderen
Fp. gardneri Weibchen durch eine orange- bis ockerfarbene Tönung auf den Kör-
perseiten und in der Bauchpartie.
Diese Färbung ist nur bei günstigen Lichtverhältnissen deutlich zu erkennen.

Haltung und Zucht

Im Prinzip wie Fp. g. gardneri. Züchterisch kann diese Form als die schwierigste
innerhalb der Untergattung Paraphyosemion angesehen werden. Zur erfolgreichen
Zucht ist weiches Wasser unerlässlich. Auch wirkt sich regelmäßiger Wasserwech-
sel sehr positiv auf die Laichbereitschaft der Weibchen aus. Als Laichsubstrat wird
Torfmull jedem anderen vorgezogen.
Aus unbekannten Gründen entwickeln sich viele Eier nicht oder sterben während
der Lagerzeit ab. Nach dem Trockenlegen zahlreich vorhandene Laichkörner ver-
schwinden oft vollständig. Die Lagerzeit der Torfansätze liegt bei vier Wochen.

Besonderheiten

Die Männchen des Stammes „C 89/5“ spalten sich in zwei Farbtypen auf. Zum
einen in Tiere, die wie oben beschrieben aussehen, zum anderen aber in Fische,
deren Schwanzstiel und Anale orange bis ockerfarben gefärbt sind.
Die Weibchen zeigen keinerlei Farbunterschiede. Die männlichen Nachkommen
beider Farbtypen spalten sich wieder zu etwa gleichen Teilen auf.

Fp. g. lacustris “C 89/5”

Vorkommen von Fp. g. lacustris

Zum
Seitenanfang