Fundulopanchax gardneri gardneri (BOULENGER), 1911
Vorkommen und Geschichte
In den Udi-Hills (Südost-Nigeria) und bei weiteren Orten an den Zuflüssen des
Cross-River liegt das Verbreitungsgebiet der Nominatform Fp. g. gardneri.
In der hügeligen Halbsavanne werden meist kleine Bäche als Lebensraum genutzt.
Die Terra typica befindet sich bei Okwoga. Hier sammelte R. D. Gardner drei
Exemplare. Boulenger berichtet leider in der Erstbeschreibung nicht exakt über
Färbung- und Zeichnungsmuster, weil ihm lebende Tiere nicht vorlagen. So konnte
bei späteren Aufsammlungen nur nach den Angaben der Fundorte auf die Nominat-
form geschlossen werden. Radda sammelte 1974 in den Udi-Bergen eine Population
von Fp. gardneri auf, bei der es sich um den von Boulenger beschriebenen Phänotyp
gehandelt haben dürfte, da auch dieser einen Teich bei Udi als Fundort angab.
Heute ist ein Fp. g. gardneri „Lafia“ bei den Liebhabern weit verbreitet. Dieser Ort
Lafia liegt nördlich des Benue, weit außerhalb des ursprünglich angenommenen
Verbreitungsgebietes.
Wildekamp schreibt in „A World of Killis, Vol. III”, dass Wright und Roberts diese
Population 1976 nahe der katholischen Mission von Lafia fanden. Das nun zwischen
den bekannten Fundorten der Nominatform solche von Fp. g. nigerianus liegen,
wertet er als möglichen Hinweis darauf, dass die Unterteilung in Unterarten nicht
zu halten sein könnte.
Haltung und Zucht
Fundulupanchax g. gardneri ist leicht im Gesellschafts- und Artenaquarium bei
Wasserwerten von pH 6-7,5 bis zu 15° dGH und einer Temperatur von 22-24°C zu
pflegen. Leichte Fehler bei der
Haltung werden selten übel genommen. Adulte Fische
sind sparsam zu füttern. Ein oder zwei Hungertage pro Woche sind angebracht.
Jegliches Futter welches die Mäuler bewältigen können, kann gereicht werden.
Zur Zucht wird Fp. g. gardneri vorzugsweise paar– oder trioweise über Torfmull
angesetzt. Auch Zuchtgruppen mit drei bis vier Männchen und bis zu zehn Weibchen
versprechen guten Erfolg. Zum Gruppenansatz in großen Becken reicht es, wenn
eine flache Schale mit Torfmull eingebracht wird. Nach 10 bis 14 Tagen wird der
Torf aus dem Becken entfernt, gut ausgedrückt und kurze Zeit auf einer Lage
Zeitungen angetrocknet. Die oft beschriebene Tabakfeuchtigkeit braucht nicht
erreicht zu werden. Zur Lagerung wird der Torfansatz in Plastiktüten oder – dosen
bei Raumtemperatur aufbewahrt. Nach vier Wochen wird der Ansatz mit kühlem
Frischwasser bis zu einem Wasserstand von etwa fünf bis zehn cm aufgegossen.
Die Jungen schlüpfen nach wenigen Stunden und können sofort mit Artemia-
Nauplien angefüttert werden. Bei guter Fütterung und regelmäßigem Wasserwechsel
ist das Wachstum zügig. Die Zucht dieser recht fruchtbaren Art gelingt im
allgemeinen leicht.

Fp. g. gardneri „Lafia“
Beschreibung
Männchen: Zahlreiche, unregelmäßig angeordnete rote Flecken bilden einen schönen
Kontrast zur blaugrünen Grundfarbe der Flanken. Der Rücken ist braun. Die Anale
ist bei blaugrüner Grundfarbe lebhaft rot gefleckt. Ein gelber oder blauweißer Saum
schließt die gelbliche, mit roten Punkten gezeichnete Dorsale ab. Die innen punktierte
Caudale zeigt nach außen rote Bänder, die gelb- oder blauweiß gesäumt sind.
Weibchen: Braun bis graubraun mit rotbraunen Punktreihen auf Körper und Flossen.

Fp. g. gardneri „Udi Berge“

Fp. g. gardneri „Gold“ - eine Zuchtform

Verbreitungsgebiet von Fp. g. gardneri

Ob dieser gardneri mit der Fundortangabe “Makenzie-River” eine reine
Population ist darf angezweifelt werden.