Zucht
Die Mop-Methode
Eine sehr populäre Methode der Zucht, die von vielen Killi-Liebhabern angewandt
wird, ist diese Art der Zucht. Die Herstellung von Wollmops ist schon oft beschrie-
ben worden, so dass hier darauf verzichtet werden kann. Der Wollmop kann
schwimmend oder auf dem Boden liegend als Laichmedium angeboten werden.
Hier ist wichtig zu wissen, ob die zu züchtenden „gardneris“ ihre Eier mit Vorliebe
an Pflanzen, Wurzeln oder aber in den Boden ablegen. Bei Fischen, die in Savannen-
gebieten leben, werden wir mit einem auf dem Boden liegenden Mop besseren Erfolg
haben, als mit einem schwimmenden Mop. Es können alle Killis, die zu den Haft-
laichern gezählt werden, zu Bodenlaichern werden, jedoch niemals ein Bodenlaicher
zum Haftlaicher. Das Zuchtbecken bedarf keiner weiteren Einrichtung als den Mop.
Bevor Paare oder Trios zur Zucht angesetzt werden sind Männchen und Weibchen
zu trennen und gut anzufüttern. Wenn die Weibchen guten Laichansatz zeigen,
werden die Fische in Zuchtbecken mit 5 bis 10 Litern Inhalt eingesetzt. Die ersten
Laichvorgänge sind nach einer kurzen Zeit der Eingewöhnung zu sehen. Wenn der
Laich nach einigen Stunden ausgehärtet ist, kann er abgesammelt und in Schalen
mit wenigen cm Wasserstand zur Entwicklung gebracht werden. In Wasser
gelagerte Eier benötigen etwa 20 Tage bis zur Schlupfreife der Jungen. Sehr oft
verharren die fertig entwickelten Jungfische noch im Ei und sind erst durch äußere Einflüsse (z. B. durch Frischwasserzugabe) bereit , die schützende Eihülle zu
verlassen. Im natürlichen Lebensraum kann dies als Wartezeit auf Regen und
somit besseren Überlebenschancen angesehen werden. Bei mir hat sich auch die
Lagerung der Laichkörner auf feuchten Torffasern in geschlossenen Plastikbehältern
bewährt. Später wird alles wieder ins Wasser gegeben. Die Lagerzeit der Eier ist
innerhalb der „gardneri-Gruppe“ sehr unterschiedlich. Als Faustregel können drei
bis sechs Wochen angenommen werden. Die Trockenlagerung bietet den Vorteil,
dass nach dem Aufgießen alle Jungen etwa zur gleichen Zeit schlüpfen und so
gleichmäßig heranwachsen. Zum Aufgießen kann frisches Leitungswasser oder
abgestandenes Wasser verwendet werden.
Die Trockenmethode
Hierfür verwenden wir als Laichsubstrat Torfmull oder Fasertorf. Es ist darauf zu
achten, dass naturbelassener Torf benutzt wird. Damit der Torf sofort zu Boden
sinkt wird er gut gewässert und gespült. In dieses Material können die Fische nun
ihren Laich 10 bis 14 Tage lang ablegen. Anschließend wird das Substrat entfernt,
ausgedrückt und kurze Zeit auf einer Lage Zeitungen angetrocknet. Der Torf wird
wie beschrieben verpackt und gelagert ( Beschriftung mit Artname, Datum des
Trockenlegens und möglichen Aufgusstermin nicht vergessen!). Während der
Lagerzeit entwickeln sich die Jungfische in den Eiern. Auch hier bringen wir den
Ansatz nach drei bis sechs Wochen ins Wasser. Die Jungen schlüpfen annähernd
gleichzeitig. Bei der folgenden Aufzucht wird kaum Kannibalismus auftreten, weil
alle Jungen von ungefähr gleicher Größe sind.
Alle Unterarten von Fp. gardneri können als halbannuelle Killis angesehen werden,
deshalb kann bei der Zucht dieser Fische die Trockenmethode vorgezogen werden.
Viele Fische haben ihren eigenen Laich ganz oben auf der Speisenkarte stehen. Vom
Wollmop haben die „gardneris“ ihren Laich meist schneller abgesucht als der
Züchter. In Torfmull oder Fasertorf finden die Fische ihre Eier kaum wieder, sodass
der Erfolg größer wird. Torfmull ist gegenüber Fasertorf noch vorzuziehen, wobei
Fasertorf als Versteck für die Weibchen zusätzlich eingebracht werden kann.




im Zuchtansatz Torf abgießen- ausdrücken- antrocknen-
lagern-bei 22-26° C nach 4 Wochen - die ersten Jungen
Fp. g. nigerianus “Makurdi” - laichen
Die Zucht mit der Gruppe
Für Liebhaber, die eine größere Anzahl Jungfische aufziehen wollen, kann die Zucht
mit einer Gruppe empfohlen werden. Die wie unter Zuchtgruppen beschrieben
gehaltenen Fische werden
gemeinsam auf die Zucht vorbereitet. Nach einer Hunger-
periode, während der die Killis nur alle zwei bis drei Tage sehr knapp gefüttert
werden, beginnen wir langsam die Fische anzufüttern. Zunächst wird weiter
sparsam, aber nun
täglich, Futter gereicht. Nach einigen Tagen hat die Futtermenge
das normale Maß erreicht. Ob Lebend- oder Frostfutter gegeben wird , ist in diesem
Fall nicht so entscheidend. Wichtiger ist eine abwechslungsreiche Fütterung. Die
Länge der Hunger- bzw. Futterperiode kann jeweils bei einer Woche liegen. In
dieser Zeit wird alle drei Tage ein Teilwasserwechsel durchgeführt. Die
regelmäßige Frischwasserzugabe macht die Fische aktiv und fördert den Laichan-
satz der Weibchen. Wenn diese nach zwei Wochen ausreichend Laichansatz zeigen,
entfernen wir die Einrichtungsgegenstände aus dem Aquarium, senken den Wasser-
spiegel auf 10 bis 15 cm ab und bringen als Laichsubstrat eine 1 bis 2 cm hohe
Schicht Torfmull ein. Über welchen Zeitraum die Tiere nun laichen sollen hängt
von den Erwartungen des Züchters ab. Bei längeren Zuchtansätzen muss
regelmäßig
gefüttert werden. Die Zucht mit der Gruppe bietet verschiedene Vorteile:
- Haltung und Zucht geschehen im selben Becken.
- Das Problem der Wiedervergesellschaftung der Männchen entfällt.
- Die Gruppenzucht ist platzsparender als die Zucht in kleinen Aquarien.
Die Aufzucht
Sind die Babys nun glücklich geschlüpft, verbleiben sie noch weitere 14 Tage im
Aufgussbecken. Als erstes Futter können Artemia-Nauplien oder Mikrowürmchen
gereicht werden. Einige Posthornschnecken dienen als Reste Vertilger. Wenn die
ersten zwei Wochen gut überstanden sind, werden die Jungen in ein größeres
Aufzucht-Becken umgesetzt. Auch hier ist wieder auf ungefähr gleiche Wasser-
temperatur zu achten. Die Jungen werden einfach mit dem Ansatztorf in das neue
Becken gekippt. Die größer werdenden Jungen haben guten Appetit und benötigen
schon nach wenigen Wochen eine kräftige Nahrung. Cyclops und ausgesiebte
Wasserflöhe bilden jetzt neben Artemia-Nauplien das Hauptfutter. Später steht das
Verlangen nach kleingeschnittenen Mückenlarven und Tubifex an.
Um ein rasches Wachstum zu erreichen, ist neben gutem Futter ein häufiger Teil-
wasserwechsel nötig. Bei jedem Wasserwechsel wird ein Teil des Torfes abgesaugt.
Wenn nach ca. drei Monaten der Torf verschwunden ist, wird das Becken gereinigt
und ein 100%iger Wasserwechsel vorgenommen. Jetzt werden neben einer
Handvoll Torf auch einige Steine und Pflanzen eingebracht. Bei weiterer guter
Fütterung und Wasserpflege sind die Jungen nach rund einem Jahr ausgewachsen.