Das Verhalten untereinander

Die Aggressivität der Männchen untereinander, gegenüber den Weibchen und
verwandten Arten ist bei richtiger Haltung weitaus geringer als vielfach angenom-
men wird.
In einem Aquarium, das wie beschrieben eingerichtet wurde, finden Weibchen und
unterlegene Männchen immer Versteckmöglichkeiten. Bei den nicht im Schwarm
lebenden Prachtkärpflingen ist zu beobachten, dass sich innerhalb kurzer Zeit nach
dem Einsetzen der Fische eine Rangordnung gebildet hat. Anhand des Verhaltens
und der Färbung lässt sich meist das dominierende Männchen erkennen. Diesem in
Prachtfärbung stehenden Männchen müssen alle rangniedrigeren Exemplare aus dem
Weg gehen. Jeder Eingliederung in eine Rangordnung geht ein Kräftemessen voraus
Ob sich zwei Männchen zufällig begegnen oder sich aus den Verstecken treiben,
immer ist der gleiche Verhaltensablauf zu erkennen:
Die Fische umkreisen sich mit gespreizten Flossen und drohen.

Fp. g. nigerianus

“Jos Plateau

umkreisen, drohen
und wasserschlagen
sind harmlos.

Erkennt ein Beteiligter jetzt schon die Überlegenheit des anderen an, zieht er sich
flossenspreizend zurück und entfernt sich. Oft folgt ihm der stärkere Gegner und
aus dem Rückzug wird eine Flucht. Dem Umkreisen mit gespreizten Flossen folgt
das Imponieren mit den Breitseiten. Aus dem Umkreisen heraus verharren die
Fische nebeneinander und spreizen alle Flossen fast bis zum Zerreißen. Die
Kiemendeckel sind abgespreizt und die Kiemenhäute werden hervorgedrückt. Dieses
Verhalten soll den eigenen Körperumfang vergrößern. Bei diesem Imponiergehabe
können die Gegner auch in einem spitzen Winkel zueinander stehen. Das Imponie-
ren mit den Breitseiten endet, indem ein Fisch sich s-förmig krümmt und mit dem
Schwanz hin und her schlägt. Die Flossen bleiben gespreizt. Durch den Wasser-
wiederstand wird der Vorderkörper in die entgegengesetzte Richtung gedrückt.
Die Gegner stehen nun in einem spitzen Winkel zueinander und schlagen mit den
Hinterkörpern und den Schwanzflossen. Den Druck des herangespülten Wassers
können die Fische mit ihren Sinneszellen am Kopf und an den Seiten wahrnehmen
sowie auch einschätzen.
Diese Verhaltensweisen wechseln bei länger andauernden Kraftproben ab und
werden bei gleich starken Gegnern von beiden ausgeführt. In der Regel bleibt es
bei diesen Kampfphasen und nach mehrmaliger Wiederholung erkennt ein Fisch
die Überlegenheit des anderen an. Bis hierher ist immer noch der Ritualkampf zu
erkennen.
Werden nur zwei, bisher einzeln gehaltene Männchen in ein zu kleines oder schlecht
eingerichtetes Aquarium gesetzt, kommt es nach dem Ritual- zum Beschädigungs-
kampf. Die Gegner beißen sich und versuchen durch Rammstöße den anderen zu
verletzen. Oft ist als letzte Kampfphase das Maulzerren zu beobachten. Ein Männ-
chen verbeißt sich in die Ober- oder Unterlippe des anderen und zerrt es hin und
her. Gelegentlich drehen sich die Fische auch um die eigene Achse. Dieses Drehen
kann derart schnell sein, dass nur noch ein blau-weißer Wirbel zu erkennen ist.
Durch das Maulzerren wird oft ein Fisch so geschwächt, dass er ohne Flucht- und
Versteckmöglichkeit verloren ist und vom Gegner getötet wird. Deshalb dürfen
niemals zwei längere Zeit getrennt gehaltene Männchen zusammengesetzt werden.
Die Aggressivität aller Unterarten ist nicht gleich stark ausgeprägt. Auch ist diese
von Individuum zu Individuum verschieden.

Kommt es zum
Kampf, muss
eingegriffen werden.

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