Einführung

Schon 1981 stellte Parenti die Untergattung Paraphyosemion in die Gattung
Fundulopanchax, dies wird durch neuere morphologische-
(van der Zee & Wildekamp, 1995) und DNA- (Murphy & Collier, 1999)
Untersuchungen gestützt.
Die Superspezies Fp. gardneri bewohnt ein großes Areal, das in Nigeria und
Westkamerun innerhalb der Flusssysteme von Niger, Benue und Cross-River liegt.
Für Fp. gardneri können geographisch drei Hauptverbreitungsgebiete
unterschieden werden.

Südwest-Nigeria mit dem feuchten Klima des tropischen Regenwaldes. Dieses
Gebiet wird im Norden und Osten durch den Fluß Niger begrenzt. Als
westliche Grenze kann die Dahomey-Lücke angenommen werden, auch wenn
aus den westlichen Nachbarstaaten Nigerias scheinbar keine Fundorte von
Fp. gardneri bekannt geworden sind.

1.

Fp. g. nigerianus – Aquarien Stamm

2.

Das mittlere und nördliche Nigeria mit dem Gebiet der Hochebene von Jos.
Dieses trockene Savannengebiet wird durch die saisonbedingten Trocken-
und Regenzeiten geprägt. Die südliche Grenze bilden die Flüsse Niger und
Benue. Im Norden liegt die sehr trockene Sahel-Zone.

Fp. g. nigerianus “Jos Plateau”

3.

Ost-Nigeria und West-Kamerun. Diese Baum und Strauchsavanne wird im
Norden durch den Fluss Benue im Westen vom Niger und im Osten von den
Kamerunbergen begrenzt. Fp. gardneri ist oft als alleiniger Vertreter der
Killifisch-Fauna in den Savannengebieten und Hochländern Nigerias und
Westkameruns vertreten.

Fp. g. nigerianus “Misaje” – aus dem nördlichen Westkamerun

Die meisten Populationen leben in Fließgewässern auf Urgesteinsböden.
Sedimentböden und solche vulkanischen Ursprungs werden gelegentlich im
südlichen Verbreitungsgebiet bewohnt. Die Art Fp. gardneri wird von sehr variablen
Fischen gebildet, die eine Anzahl Unterarten mit zahlreichen Populationen
ausgebildet haben. Die Lebensräume sind meist langsam fließende Bäche der
Savanne und des Regenwaldes in Nigeria und Kamerun. Trockenzeiten überleben
die Fische in Restwasserpfützen oder über eine begrenzte Zeit als Laich im Boden.
Die Angaben über die Wasserwerte an den südlichen Fundorten weichen nur
geringfügig voneinander ab und liegen meist unter 1° dH sowie im leicht sauren
Bereich bei Temperaturen von 22 bis 25°C. In den Trockensavannen kann die
Wasserhärte während der Trockenzeiten bis über 10° dH ansteigen. Zahlreiche
Populationen von Fp. gardneri wurden in die Aquaristik eingeführt; viele davon sind
noch verfügbar aber einige sind wieder aus dem Hobby verschwunden. Ob alle
vorhandenen Stämme noch rein sind, muss bezweifelt werden.

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